VON GUTEN MÄCHTEN WUNDERBAR GEBORGEN
ERWARTEN WIR GETROST, WAS KOMMEN MAG.
GOTT IST MIT UNS AM ABEND UND AM MORGEN,
UND GANZ GEWISS AN JEDEM NEUEN TAG.
(Dietrich Bonhoeffer, Evangelisches Gesangbuch Nr. 65)

Dieser neue Gemeindebrief umfasst wieder drei Monate:Von November über das Ende des Kirchenjahres, den Adventund Weihnachten bis zum Jahreswechsel und dem Jahresbeginnim Januar 2023. Ende und Anfang, Abschied und Neubeginnsind auch Themen dieses Heftes; so verabschieden sich einigeMitarbeiterinnen von uns, andere stellen sich neu vor.

Abschied und Neubeginn: Mit welchem Blick schauen Sie auf das zu Ende gehende Jahr? Undwas erwarten Sie vom neuen, vor uns liegenden Jahr? Viele selbstverständliche Sicherheitensind uns abhandengekommen. Der Blick in die Zukunft ist sorgenvoll. Die Aussichten sinddüster. Ökonomen korrigieren ihre Prognosen nach unten. Politiker ringen um Lösungenund scheinen heillos überfordert. Millionen Menschen werden Opfer von sinnlosen Kriegenund verlieren ihre Lebensgrundlage. Die Inflation spüren wir bei jedem Wochenendeinkauf.Noch gar nicht absehbar ist, welche Nöte der wirtschaftliche Abschwung für denHandwerksbetrieb oder die Pensionsbetreiberin mit sich bringt. Und das nach zweieinhalbJahren Pandemie …! Müssen wir in diesem Jahr Abschied nehmen von unserem bequemenLeben? Abschied von einer gut geheizten Wohnstube oder vom krisensicheren Arbeitsplatz?Wo ist der Lichtblick? Gibt es einen Neuanfang – und wie soll der aussehen? Gibt es angesichtsder verfahrenen Weltlage überhaupt einen Funken Hoffnung auf einen Neubeginn?

Im Blick auf Abschied und Neuanfang möchte ich Ihnen die Worte von Dietrich Bonhoeffermitgeben. Es sind Worte wie ein Lichtblick – wie ein hoffnungsvolles Licht, das ein Leuchtturmin die Dunkelheit schickt. Geschrieben in dunkler Zeit, zum Jahreswechsel 1944 inder Gestapo-Zelle. Eigentlich stand auch Dietrich Bonhoeffer damals im Gefängnis nur derAbschied, das Todesurteil, vor Augen; die unwiderrufliche Trennung von der Familie undvon seiner Verlobten. Doch der Christ Bonhoeffer wusste sich getragen von einer höherenMacht, geborgen von guten Mächten, auch in geradezu aussichtsloser Situation. Er hatuns diese Worte voller Gottvertrauen hinterlassen. Auch wenn es reichlich düster aussieht:Im Glauben an Gottes gute Mächte haben wir Hoffnung auf einen Neubeginn und auf einrettendes Ufer. Denn Gott ist bei uns an jedem neuen Tag. Das ist ganz gewiss. Ich wünscheuns, dass wir an diesem Lichtblick festhalten können – was immer auch kommen mag.

In herzlicher Verbundenheit grüßt Ihre Pfarrerin Eva Gorbatschow


⇒ Ältere