Das gezeigte Altarbild habe ich auf meiner 9-monatigen Reise durch Schweden und Norwegen vor zwei Jahren entdeckt. Es befindet sich in der kleinen Stadt Jukkasjärvi in Lappland, in einer um 1607 erbauten Kirche der Samen. Es wurde gemalt von Bror Hjorth (1894-1968).


© Gemeindebrief.de

Das Bild begeisterte mich schon auf den ersten Blick. Die ausdrucksvollen Farben und die schlichte, fast kindliche und doch facettenreiche Gestaltung durch den Künstler weckten mein Interesse. Mehrere Interpretationsmöglichkeiten erfuhr ich durch eine Kirchenführung in Jukkasjärvi, einigen Gesprächen mit Freunden und eigenen Gedanken. Auf der linken Seite des Bildes ist die Winterzeit abgebildet. In dieser dunklen Zeit wird das Leben der Menschen geprägt von der Dunkelheit, von Süchten, Krankheiten und Konflikten. Im Gegensatz dazu befindet sich auf der rechten Seite des Bildes die Sommerzeit. Dort erkennt man „paradiesische“ Zustände: Helligkeit, Freude, Gemeinschaft und die farbenprächtige Natur mit vielfältigen Blumen und Pflanzen.

Diese Vorstellung von der perfekten Sommerzeit hat mich damals, während meiner Reise, gedanklich begleitet.

Ich fühlte und sah, getragen von den hellen Nächten der Mitternachtssonne und von den scheinbar endlosen Sommertagen, die faszinierende Natur Skandinaviens, die Berge und das Meer, ebenso perfekt und „paradiesisch“, wie sie der Künstler auf dem Bild darstellte.

„Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass sie zwischen den Bergen dahinfließen, dass alle Tiere des Feldes trinken (…). Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen. Du tränkst die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen (…). Die Bäume des HERRN stehen voll Saft (…). Dort nisten die Vögel, und die Störche wohnen in den Wipfeln. Die hohen Berge geben dem Steinbock Zuflucht und die Felsklüfte dem Klippdachs.“ (nach Psalm 104, 10-18)

Inspiriert von dem Altarbild, verstand ich während der Reise und meinen Erlebnissen in der Natur ganz neu, wie wunderbar Gott diese Welt erschaffen hat. Wie schön ist doch der Sommer mit seinen reichen Gaben, dem Licht und der Wärme. Dankbar und fröhlich dürfen wir dieses wertvolle Geschenk der Sommerzeit annehmen.

Was planen Sie in diesem Sommer? Soll es vielleicht auch auf Reisen und in den Urlaub gehen? Vielleicht bleiben Sie aber auch hier in Dresden? Vielleicht gehen Sie öfter in die Natur, in den Garten, in einen Park oder an die Elbwiesen und genießen die warmen Temperaturen, die Sonne und das Licht?

Vielleicht denken Sie dabei auch öfters an das Altarbild aus Jukkasjärvi, an die Darstellung und die Gefühle längst vergangener Generationen, wie dem alten Volksstamm der Samen: Der Sommer zeigt Gottes perfekte Schöpfung von seiner besten Seite.

Ich wünsche uns und Ihnen für diesen bevorstehenden Sommer ähnliche glückliche, zufriedene Momente und Schlüsselerlebnisse, wie ich sie damals erlebte. Dass wir erneut die Schönheit des Sommers schätzen dürfen und unseren Fokus auf das richten, was Gott so wunderbar geschaffen hat und für all das dankbar sind, ganz egal, wo wir unseren Sommer verbringen:

„Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.“ (Psalm 104, 33)

Ihre Marie Leubner


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