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Gelebte Ökumene zwischen der evangelischen Johanneskirchgemeinde und der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde

„GEMEINSAM BETEN, GEMEINSAM HANDELN, GEMEINSAM FEIERN“,

so wird kurz zusammengefasst, was engagierte Laien im 1992 gebildeten Ökumenekreis an bereits vorhandener ökumenischer Tradition weiterführen und neu initiieren.
Wir wollen den Kontakt zwischen den beiden Gemeinden lebendig erhalten, der schon seit vielen Jahren besteht.

Zu den Veranstaltungen ist jeder willkommen. Die Einladungen finden Sie im Infoblatt (wenn die Termine zeitig genug feststehen), in unseren Schaukästen oder Sie lassen sich am besten im Gottesdienst einladen.

Zur Geschichte:

Eine enge Beziehung zwischen beiden Gemeinden entwickelte sich bereits in einer Zeit, als ökumenisches Bewusstsein gemeinhin noch überhaupt nicht erwacht war, geschweige denn besonders gepflegt wurde.

Die Begegnung des damaligen evangelischen Pfarrers Schmidt und seines katholischen Amtsbruders Derksen beim Dienst als Divisionspfarrer an gleicher Stelle während des 2. Weltkrieges mit dem Leid und der Not dieser Zeit und die heute nicht mehr vorstellbaren Folgen der Zerstörung Dresdens auch für unsere beiden Gemeinden machten gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit zur Selbstverständlichkeit. Vor allem das gegenseitige Gastrecht in noch nutzbaren oder neu entstandenen Gemeinderäumen und in der instandgesetzten Herz-Jesu-Kirche war bis Ende 1957 normal und wird von der Johanneskirchgemeinde z. B. bei Konfirmationsgottesdiensten immer noch dankbar in Anspruch genommen, da wir ja über keinen ausreichend großen überdachten Kirchenraum verfügen.

Während der vierzig Jahre DDR war ein Zusammenrücken von Christen im atheistischen Umfeld wichtig. Sich gegenseitig zu kennen und auch im Bekennen zu stärken war besonders für Kinder im Schulalltag hilfreich.

Es wurden in dieser Zeit regelmäßige gemeinsame Gemeindeausflüge ( z.B. Fahrten mit einem gecharterten Dampfer auf der Elbe mit Gottesdiensten auf dem Schiff; Straßenbahnsonderfahrt ), eine gemeinsame Rüstzeit, gemeinsame Aschermittwochsgottesdienste zur Einstimmung auf Buß- und Fastenzeit, von den Jugendlichen der Gemeinden ein gemeinsames Taizégebet und ökumenische Frühlingsfeste organisiert.
In dieser Zeit fanden auch die ersten gemeinsamen Sitzungen der Kirchenvorstände der evangelischen Gemeinden Erlöser-Andreas-Gemeinde und Trinitatisgemeinde sowie des Pfarrgemeinderats der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde statt.

Der Kontakt erhielt dadurch eine politische Dimension, dass seit 1982 ein Friedenskreis bestand, der von den Pfarrern Albrecht (Trinitatisgemeinde) und Luckhaupt (Herz-Jesu-Gemeinde) initiiert und geleitet wurde. Diese Gruppierung spielte im Herbst 1989 eine maßgebliche Rolle beim gewaltfreien Übergang von der SED-Diktatur zur Demokratie.

Nach 1989:

Seit 1994 wird das Reformationsfest ökumenisch gefeiert und seit 1999 mit einer gemeinsamen Prozession. Weil der 31.10.1999 auf einen Sonntag fiel, hat sich dafür ein Modell ergeben, bei dem die, damals noch drei, beteiligten Gemeinden getrennt den Gottesdienst beginnen und Abendmahl feiern können und danach gemeinsam unterwegs sind zum gottesdienstlichen Abschluss in der Trinitatiskirchruine.

Im Jahr 2000 (Fusion der Erlöser-Andreas-Gemeinde und Trinitatisgemeinde zur Johanneskirchgemeinde am 1.1.2000) hat die ökumenische Zusammenarbeit durch die Vorbereitung auf den 1. Ökumenischen Kirchentag in Berlin eine neue Belebung erfahren. Wir bereiteten uns mit zwei Gemeindeabenden vor. Dr. Reinhard Höppner referierte unter dem Thema „Lebendige Gemeinschaft am Tisch des Herrn – Hoffnungen und Hemmnisse“, Dr. Bernhard Vogel zum Thema „Der Ökumenische Kirchentag - Vorgeschichte, Planungen, Erwartungen“.
Auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin waren wir mit einem Stand auf der Agora vertreten. Dort haben wir unser ökumenisches Gemeindeleben vorgestellt und sind mit vielen Kirchentagsbesuchern ins Gespräch gekommen.

Zu einem ökumenischen Wandertag treffen wir alle ein bis zwei Jahre. Unterwegs gibt es reichlich Zeit zum Kennenlernen und Schwatzen und Zeit zur Andacht, zum Singen und Beten. Im Jahr 2002 haben wir wegen der großen Hochwasserschäden nach der „Flut“ an unserem geplanten Wandertag allerdings einer Firma in Niederschlottwitz mit einem Arbeitseinsatz bei Aufräumarbeiten geholfen.

Jährlich finden der Gebetsabend für die Einheit der Christen, die aus evangelischer Tradition stammende Bibelwoche und der Weltgebetstag der Frauen ökumenisch mit wechselnder Gastgeberschaft statt.

Ein ökumenischer Elferrat organisiert die Faschingsfeier im katholischen Gemeindezentrum in der Borsbergstraße.

Beendet ist inzwischen die Tschernobylaktion. Über mehrere Jahre hatten jeweils bis zu 20 von der Reaktorkatastrophe gesundheitlich betroffene Kinder aus der Gegend von Tschernobyl (Ukraine) mit Begleitern und Dolmetschern jedes zweite Jahr die beiden Dresdener Gemeinden vier Wochen lang besucht. Die Unterbringung in Familien, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Programmen wurden von Müttern beider Gemeinden geplant und umgesetzt.

2004 besuchten wir gemeinsam gut vorbereitet die Landesausstellung „Glaube und Macht“ in Torgau und 2007 Eisenach und die Wartburg „Auf den Spuren der Heiligen Elisabeth“.

Jetzt, 2009 / 2010 bereiten wir uns auf den 2. ÖKT in München vor. Der erste Gemeindeabend mit Dr. R. Höppner zum Thema „Kirchentage – Von Berlin (2003) über München (2010) nach Dresden (2011)“ hat schon stattgefunden, am 25.3.2010 ist ein zweiter Vorbereitungsabend mit Bischof Dr. Joachim Wanke aus Erfurt zum Thema „Neuer Konfessionalismus – Was Ökumene hindert und fördert“ geplant. Unsere Bewerbung für die Beteiligung an der Gottesdienstwerkstatt beim 2. ÖKT konnte wegen der großen Zahl der Bewerber nicht berücksichtigt werden. Trotzdem wird eine Gruppe nach München fahren.
„Damit ihr Hoffnung habt“, wir erhoffen uns neue ökumenische Impulse.

Sollten Sie Vorschläge für die Arbeit des Ökumenekreises haben, melden Sie sich bitte über das Pfarramt bei uns. Wir freuen uns über neue Ideen und wenn Sie an den ökumenischen Veranstaltungen teilnehmen.

Der Ökumenekreis

Aus der Präsentation der Ökumenischen Zusammenarbeit der beiden Gemeinden nachfolgend ein paar ergänzende Ausschnitte.