Fahrstuhl am Gemeindehaus Fiedlerstraße
Fahrstuhl am Gemeindezentrum Fiedlerstraße
Foto: Johannes Berger /
Architekturbüro Schubach & Klose Dresden

Seit dem 01. Januar 2000 gibt es eine neue Kirchgemeinde im Dresdner Stadtgebiet: die Johanneskirchgemeinde. Die Kirchenvorstände der Erlöser-Andreas-Kirchgemeinde und der Trinitatiskirchgemeinde hatten im Januar 1999 beschlossen, ihre Gemeinden zu fusionieren. Damit waren sie den Sparzwängen der Sächsischen Landeskirche vorausgegangen und haben das mögliche Schwesternkirchverhältnis übersprungen. Das Jahr 1999 wurde für die Beratung mit den Kirchgemeinden zur Vorbereitung auf das Zusammengehen genutzt. Am 09. Januar 2000 fand die "Hochzeit" im Kirchsaal auf der Fiedlerstraße und die "Hochzeitsfeier" im Gemeindehaus der Haydnstraße statt. Etwa 5.400 Gemeindeglieder gehören dieser "neuen" Kirchgemeinde an.

Ein kurzer Abriss zur Geschichte:

Die Erlöserkirche wurde 1878 - 1880 von der Gemeinde der Böhmischen Exulanten, die im 17. Jahrhundert von Prag wegen ihres evangelischen Glaubens auswandern mussten, gebaut. Über 200 Jahre hatten sie nur Gastrecht in anderen Dresdner Kirchen besessen. Nun hatten sie eine eigene Kirche. Die Trinitatiskirche wurde 1894 geweiht. Sie entstand für die Trinitatisgemeinde, welche 1887 aus der Johanneskirchgemeinde hervorging. Diese wiederum entstand auch erst 1878 aus der Kreuzkirchgemeinde. Mit der Stadterweiterung musste 1904 aus der Trinitatiskirchgemeinde noch die Andreaskirchgemeinde ausgegliedert werden.

Die Erlöserkirche an der Paul-Gerhardt-Straße, die Andreaskirche am Stephanienplatz sowie die Trinitatiskirche am Trinitatisplatz sind beim Angriff auf Dresden 1945 zerstört worden. Die Kirchgemeinden der Erlöserkirche und der Andreaskirche wurden bereits 1945 zusammen geschlossen, weil durch die Zerstörung außer den Kirchen auch viele Wohnhäuser, und damit die Gemeindemitglieder, nicht mehr da waren.

Riskieren Sie einen Blick ins südöstliche Gemeindehaus auf der Haydnstraße!
Südöstliches Gemeindezentrum auf der Haydnstraße im Jahr 2000
Foto: Thomas Kretschmer

Die neue Erlöser-Andreas-Kirchgemeinde baute die Pfarrhausruine der Andreasgemeinde in der Haydnstraße nach und nach als Kirchgemeindehaus auf. Auch die Trinitatiskirchgemeinde baute ihre Pfarrhausruine auf der Fiedlerstraße zum Gemeindehaus aus.

Riskieren Sie einen Blick ins nordwestliche Gemeindehaus auf der Fiedlerstraße!
Nordwestliches Gemeindezentrum auf der Fiedlerstraße im Jahr 2002
Foto: Thomas Kretschmer

Nunmehr kommt es mit der neuen Johannesgemeinde zur "Rückführung" auf ihre Wurzeln. Die ehemalige Johanneskirche, auch ein Bau des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel, die an der Eliasstraße stand, war mit dem gesamten Gemeindegebiet 1945 völlig zerstört worden. Heute findet man hier das St. Benno-Gymnasium. Übrigens war deren Schutzpatron Johannes der Täufer, während die neue Johannesgemeinde im Evangelisten Johannes ihren Namensgeber sieht. Die heutige Johanneskirchgemeinde will offene Türen auf der Fiedlerstraße 2 und auf der Haydnstraße 23 anbieten. Das Angebot der Guten Nachricht soll für das gesamte Wohngebiet Johannstadt-Striesen gelten. Das Leben der Kirchgemeinde wird besonders bestimmt von den sonntäglichen Gottesdiensten und zahlreichen weiteren Aktivitäten, zum Beispiel Gruppenarbeit für alle Altersstufen, Kindergarten und ausgeprägter Musikpflege.