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Januar / Februar 2020

Lasst uns wachsen?!

Im Februar werden die Tage schon wieder spürbar länger, abends ist es schon eine Stunde länger hell als noch vor vier Wochen. Von nun an nimmt das Tageslicht wieder deutlich zu. Und weil 2020 ein Schaltjahr ist, wächst sogar der ganze Monat Februar um einen Tag – wohl denen, die am 29. Februar Geburtstag haben: sie können dieses Jahr mal wieder termingerecht feiern!


© gemeindebrief.de

Wenn das Tageslicht zunimmt, freuen wir uns über die wachsende Helligkeit. Wer als Gärtner seinem grünen Hobby frönt, der möchte gern seine Kartoffeln, Bohnen und Dahlien wachsen sehen. Und falls Sie Aktienbesitzer sind, sind Sie natürlich am Kurswachstum interessiert. Der Wunsch nach Wachstum umgibt uns eigentlich überall. Auch unsere Kirchgemeinde ist gewachsen und hat sich mit der Lukas- und Kreuzkirchgemeinde auf über 10 000 Gemeindeglieder vergrößert. Doch da kommen manchem auch Zweifel, ob „immer größer“ auch „immer besser“ heißt? Freilich, wir mussten als Kirchgemeinden die Strukturvorgaben der Landeskirche umsetzen. Und wir möchten nun im Jahr 2020 gemeinsam beginnen, das Beste aus der neuen Gemeindestruktur zu machen: Mit den anderen Gemeindeteilen zusammen weiter wachsen und weiter zusammenwachsen.

Denn wie bei den Tulpen auf dem Titelbild zeigt sich im Wachstum ja erst nach und nach, wie z.B. eine Pflanze wirklich aussieht und wie sie von Gott, dem Schöpfer, gedacht war. Erst durch Wachstum gelangt ihre Form zur Vollendung – und das wäre doch auch ein schönes Bild auch für unsere Gemeinde. Dabei sehen wir auf dem Bild sofort: Diese Tulpe ist noch lange nicht fertig mit Wachsen (und es ist ja auch erst Februar, da hat sie wahrlich noch Zeit).

Wie verschiedene Menschen zu einer guten Gemeinschaft im Geist Gottes zusammenwachsen können, das möchten wir in diesem Jahr wieder auf einer Gemeindefreizeit ausprobieren – im Juni fahren wir gemeinsam weg unter dem Motto „zusammen+wachsen“, Anmeldungen dazu sind ab sofort möglich, siehe dazu auch Seite 25.

Doch es ist schon angeklungen und wird in unserer Zeit immer deutlicher: Zum Wachstum gehört auch die Frage: Wie lange kann Wachstum andauern – und wann ist es genug? Im letzten Gemeindebrief hat sich die Theologin Juliane Assmann vorgestellt. Sie wird in den nächsten drei Jahren in unserer Kirchgemeinde erproben, wo wir Wachstum in unserem Handeln und Wirtschaften begrenzen müssen oder wie anderes Wachsen funktionieren könnte. Als „anders-wachsen-Gemeinde“ werden Sie im Gemeindebrief unter der gleichnamigen Rubrik dazu neue Impulse und Idee finden.

Für die Gemeinschaft in unserer gewachsenen Gemeinde gibt uns die Bibel ein Wort aus dem Epheserbrief mit auf den Weg: „Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.“ Das ist die Aufgabe aller, die in der Gemeinde zu Hause sind und unsere Kirche mit ihren unterschiedlichen Begabungen aufbauen und bereichern: Unser Wachstum hat ein Ziel – das ist Christus. In all unseren Vorhaben als Kirche sollen wir uns an Christus orientieren, denn dort erst wird sich unser Wachstum vollenden. Und da befinden wir uns auch als Groß-Kirchgemeinde wohl erst im Stadium einer Tulpe, die längst noch nicht fertig ist mit Wachsen. Doch Ziel und Aufgabe ist klar: Lasst uns wachsen zu Christus hin.

Ich wünsche uns in unserer Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas sehr viele positive Wachstums-Erfahrungen - und die Weisheit zu erkennen, wann weniger mehr ist!

In herzlicher Verbundenheit grüßt Sie
Ihre Pfarrerin Eva Gorbatschow