Johanneskirche

Johanneskirche
Johanneskirche
Lichtdruck: Rommler und Jonas, Dresden
aus "Dresden & seine Kirchen",
Evangelische Verlagsgesellschaft GmbH, Berlin 1976

Die damalige Johanneskirchgemeinde wurde 1878 von der Kreuzkirchgemeinde abgetrennt und als selbständige Gemeinde für die "Pirnaische Vorstadt und die im Werden begriffene Johannstadt" ins Leben gerufen. Dafür wurde an der Pillnitzer Straße/Ecke Eliasstraße (heute: Güntzstraße) zwischen 1874 - 1878 (Grundsteinlegung am 29. Juni 1874, Kirchweihe am 24. April 1878) im Stile der Neogotik von Architekt Gotthilf Ludwig Möckel die Johanneskirche erbaut. Sie war mit diesem Baustil somit die Erste in Sachsen.

Die Vorgängerbauten - die hölzerne Friedhofskirche St. Johannis (1784 abgebrochen) und deren spätbarocker Nachfolgerbau (um 1789 erbaut, 1861 abgebrochenen) - standen vor dem Pirnaischen Tor.

Durch den weiteren sprunghaften Anstieg der Bevölkerung in diesem Gebiet, wurde 1880 die Ausgliederung einer Kirchgemeinde in Dresden-Striesen und 1887 einer weiteren in Dresden-Johannstadt beschlossen.

Das Johanneskirchenschiff wurde beim Luftangriff auf Dresden am 13./14. Februar 1945 schwer zerstört, der Turm war noch in einem relativ guten Zustand.

Das Gemeindegebiet wurde nach dem Krieg auf die Erlöser-Andreas Kirchgemeinde, die Trinitatiskirchgemeinde und Kreuzkirchgemeinde aufgeteilt. Nach Schuttbeseitigung durch Löbtauer Gemeindemitglieder vor dem Turm, erhielt die Dresdner Hoffnungskirchgemeinde die drei erhaltenen Stahlglocken. Im Rahmen der Großflächenenttrümmerung des Stadtzentrums, wurden die Reste des zerstörten Johanneskirchenschiff im Jahre 1951 abgebrochen. Der Kirchturm wurde gegen den Einspruch von Denkmalpflegern, Pfarrern und vielen Dresdnern im April 1954 gesprengt. Lange Jahre war an dieser Stelle eine großzügig angelegte Grünfläche vor der neu entstandenen, und von der Straße zurückgesetzten, Wohnbebauung.

Straßenecke Pillnitzer Straße/Ecke Güntzstraße im Jahre 2001
Straßenecke Pillnitzer Straße/Ecke Güntzstraße im Jahre 2001
Foto: Thomas Kretschmer

Nach der politischen Wende, Anfang/Mitte der 90er Jahre, wurde hier das katholische St. Benno Gymnasium in moderner Architektur erbaut. Bei den Bauarbeiten wurden einzelne Steinquader geborgen, die heute auf der Freifläche vor dem Gymnasium an den Kirchenbau erinnern. Am 11. Februar 2000 wurde auf dem Vorplatz ein Gedenkort eingeweiht. Der Künstler Tobias Stengel hat dazu eine Stahlkugel und eine Bodenplatte gestaltet.

Bodengedenkplatte
Bodengedenkplatte
Foto: Thomas Kretschmer

Inschrift der Bodengedenkplatte:

An diesem Ort
stand bis zum
13. Februar 1945
die evangelische
Johanneskirche.
Die Schulgemeinde
des katholischen
Sankt Benno
Gymnasiums
erinnert an
die Menschen, die
in jener Nacht
ums Leben kamen,
und an die
Zerstörung dieses
Gotteshauses.

Bei der Fusion der Trinitatis- und der Erlöser-Andreas Kirchgemeinde am 01. Januar 2000 zur "neuen" Johanneskirchgemeinde diente diese ehemalige Gemeinde als Namensgeber.